Prozessmodellierung und Modellierungsmethoden

Prozessmodellierung, wozu?

Modellierung von Geschäftsprozessen gewinnt in der Unternehmenspraxis immer mehr an Bedeutung.

Warum wird der Aufwand der Modellierung überhaupt betrieben und welcher Zweckdienlichkeit daraus gezogen werden kann?




Prozessmodellierung dient vor allem dazu, komplexe Prozesse mit allen Aspekten, wie Verzweigungen und Informationsflüssen darzustellen. Sie dient auch zur Prozessoptimierung.

Die Komplexität der Realität und die zahlreichen Details die man in jeder Tätigkeit finden kann, machen die Beobachtung, das Beherrschen und die Kommunikation sehr schwierig.

Ein gutes Modell soll -je nach Anwendungsgebiet- die komplexe Realität (Tätigkeiten, Interaktionen, …) gezielt reduzieren, und hilft dabei, die Beteiligten ein gemeinsames Verständnis über die modellierte Realität zu haben.

Prozesse werden in einer vorgegebenen graphischen Sprache beschrieben. In Ähnlichkeit zu den natürlichen Sprachen, geben die Modellierungsmethoden zur Beschreibung der Realität eine standardisierte Notation vor.

1. Modellierungsmethoden:

1.1 EPK: Ereignisgesteuerte Prozesskette

Ereignisgesteuerte Prozessketten sind grafische Darstellungen um den logischen und zeitlichen Ablauf eines Geschäftsprozesses zu veranschaulichen. Sie hat im betriebswirtschaftlichen Anwendungsbereich eine weite Verbreitung gefunden.

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung prozessorientierter Organisationsstrukturen dient die EPK steigend als Grundlage für ein integriertes Geschäftsprozessmanagement.

EPK wurde am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit der SAP AG zur (Re-) Dokumentation von Geschäftsprozessen entwickelt.

Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der SAP-Referenzmodelle und der ARIS (Architecture of Integrated Information Systems) Konzepte.

Die grundlegenden Notationselemente zur Modellierung sind:

Ausführliche Informationen über die EPK Modellierungssprache finden Sie hier !

1.2 BPMN: Business Process Model and Notation

Die Einheitlichkeit von Symbolen und deren Bedeutung lässt jeden Anwender die Modelle des anderen verstehen. Die BPMN ist eine graphische Darstellung, die durch die einfache Zugänglichkeit alle Beteiligten sich zeichnet. Sie ermöglicht durch den kleinen Umfang an Notationselementen einen schnellen Einstieg in die Modellierung. Sie dient zur technischen als auch fachlichen Beschreibung von Geschäftsprozessen.

Mit der Übernahme durch die OMG (Object Management Group) im Jahre 2005 gewann die BPMN an Aufmerksamkeit. Das Werkzeug kann von der Object Management Group-Webseite kostenfrei heruntergeladen.

Im folgenden Abschnitt werden die Basiselemente der Notation erwähnt.

Notationselemente der BPMN

Die Notationselemente der BPMN lassen sich in vier Hauptkategorien teilen:

  • Ablaufknoten oder Flow Objects

  • Verbindungsobjekte oder Connecting Objects

  • Schwimmbahnen oder Swimlanes

  • Artefakte oder Artifacts

Prozesse-Modellierung-BPMN-Elemente

 

1.3 UML: Unified Modeling Language

UML ist eine standardisierte Notation und Semantik zur Visualisierung Spezifikation, Konstruktion und Dokumentation von Modellen. Obwohl UML ursprünglich für die Modellierung von Software-Systemen entwickelt worden ist, ist sie prinzipiell auch für Geschäftsprozessmodellierung einsetzbar. Graphische Notationen haben gegenüber textuellen Darstellungsformen speziell bei der Kommunikation zwischen Teilnehmer eine Reihe von Vorteilen. In diesem Rahmen bietet die UML verschiedene standardisierte, Diagrammtypen, mit denen komplexe Abläufe und Sachverhalte deutlich und übersichtlich dargestellt werden können.

Sie ist keine Methode (Vorgangsweise), aber sie bietet ein Set von Symbolen, von denen jedes eine definierte Bedeutung hat.

Die UML hilft dabei, Prozesse zu verstehen und mögliche Wiederverwendbarkeit bzw. Risiken zu erkennen.

Am Anfang der neunziger Jahre entstanden mehrere Modellierungssprachen. 1995 arbeiteten die Grady Booch, James Rumbaugh und Ivar Jaboson, die seitdem in der Fachwelt auch als „die drei Amigos“ bekannt sind, an einer einheitlichen Notation zur Modellierung von Software-Systemen, die die Vorteile der einzelnen Sprachen vereinen. Es entstand die so genannte Unified Method.die später zur Unified Method Language entwickelte. Dies verdeutlicht dass die UML keine Methode ist, sondern ausschließlich eine Modellierungssprache. Die Benutzer müssen sich aus der umfangreichen Notation der UML, die nötigen Modellierungsformen und Diagrammtypen aussuchen, und ihre eigene Methode festlegen.

UML-Diagrammtypen

  • Anwendungsfalldiagramm

  • Klassendiagramm

  • Objektdiagramm

  • Paketdiagramm

  • Einsatz- & Verteilungsdiagramm

  • Komponentendiagramm

  • Aktivitätsdiagramm

  • Zustandsdiagramm

  • Kommunikationsdiagramm

  • Zeitdiagramm

  • Sequenzdiagramm

  • Kompositionsstrukturdiagramm

Lesen Sie auch:

Was sind Prozesse/Geschäftsprozesse?

Prozessoptimierung: Ziele und Methoden

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